Kreativität trifft Funktionalität: Ein Gespräch mit Innenarchitekt Marko Riemann

Tauchen Sie ein in die Welt von Innenarchitektur! Marko Riemann enthüllt, wo Kreativität Funktionalität trifft. Erleben Sie es jetzt!

Anke Fröhlich
Von Anke Fröhlich
11 Lesezeit

Marko Riemann ist ein erfahrener Innenarchitekt und Designer, der bei Goldkubus mit Leidenschaft und Herzblut für kreative Ideen, wirkungsvolle Visualisierungen und emotionales Design arbeitet. Sein umfangreicher beruflicher Hintergrund in der Entwicklung systemischer Konzepte und sein ausgeprägtes Gespür für die perfekte Lösung für seine Kunden zeichnen ihn aus. Goldkubus bietet ein breites Leistungsspektrum, von der Beratung und Konzeptentwicklung bis hin zur Umsetzung in verschiedenen Bereichen wie Hotel- und Gastronomie, Systemgastronomie, Bäckereien, Shopdesign und mehr. Zielgerichtet, emotional und funktional – das ist das Motto von Goldkubus. Marko Riemann und sein Team freuen sich darauf, mit Ihnen zusammen die passenden Lösungen für Ihren Erfolg zu kreieren.

Wie entstand die Idee für das kreative Netzwerk GOLDKUBUS?

Die Idee zu Goldkubus entstand während meiner Arbeit bei Tchibo und dem Tchibo Coffee Service. Als Mitarbeiter hatte ich jahrelange Erfahrung in der Entwicklung und Umsetzung von innovativen Konzepten für den Foodbereich gesammelt. Eines Tages erhielt ich eine Anfrage von meiner Chefin, einen neuartigen Foodkonzept-Entwurf für Ihr Restaurant in SPO zu erstellen.

Aus dieser Situation heraus entwickelten sich Folgeaufträge. Meine damalige Chefin ermutigte mich, meine Ideen weiterzuverfolgen und ein eigenes Unternehmen zu gründen. So entstand die Idee, Goldkubus ins Leben zu rufen.

Durch meine Arbeit bei Tchibo hatte ich bereits einige Kontakte in der Gastronomiebranche geknüpft. Aber auch in diverse andere Bereiche hatte man einen guten Einblick gewonnen und es ergaben sich viele Kontakte zu Kommunikationsdesignern, Handwerkern, in den Ladenbau und zu Möbelherstellern. Mit dem Start von Goldkubus konnte ich auf diese Beziehungen zurückgreifen und weitere Kunden gewinnen. Restaurants, Schönheitssalons, Nagelstudios, Point-of-Sale-Standorte, Bubbletea-Bars zeigten Interesse an unserer Expertise.

Der Erfolg von Goldkubus wurde jedoch durch die Coronamaßnahmen gebrochen und viele etablierte Partner und Kunden haben diese Zeit nicht überlebt. Das hat den Prozess nachhaltig verändert und bis heute geprägt. Besonders die Gastronomie- und Freizeitbrache hat noch lange unter den Folgen von Inflation und den politischen Maßnahmen zu kämpfen. 

Tankstelle

Welche Rolle spielen digitale Medien in Ihrem Schaffensprozess?

Als kreativer Mensch spielen die digitalen Medien eine entscheidende Rolle in meinem Schaffensprozess. Sie bieten eine Fülle von Möglichkeiten und Ressourcen, um Ideen zu entwickeln, zu präsentieren und mit anderen zu teilen.

Gerade um Stimmungen aufzunehmen und aktuelle Trends zu erkennen, sind digitalen Medien entscheidend. Die Vielfalt an Stilen, Techniken und Konzepten, die ich online finden kann, erweitert meinen Horizont und inspiriert mich, neue Wege zu erkunden.

Darüber hinaus bieten digitale Tools und Software mir die Möglichkeit, meine kreativen Ideen effizient umzusetzen. Von professionellen Designprogrammen über Online-Kollaborationstools bis hin zu Videobearbeitungssoftware stehen mir zahlreiche digitale Werkzeuge zur Verfügung, um meine Visionen zum Leben zu erwecken. Diese Tools ermöglichen es mir, meine Arbeit zu optimieren, zu experimentieren und schnell Iterationen vorzunehmen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Ich habe an der Hochschule für Design und Medien in Hannover studiert und dort liegt der Fokus auf der interdisziplinären Herangehensweise und dem Zusammenspiel von digitalen Medien.

Insgesamt sind die digitalen Medien für mich als kreativen Menschen unverzichtbar geworden. Sie erweitern meinen Zugang zu Inspiration, bieten mir effiziente Werkzeuge zur Umsetzung meiner Ideen, ermöglichen eine breite Präsentation meiner Arbeit und fördern die Vernetzung und den Austausch mit anderen Kreativen. Durch die Nutzung der digitalen Medien kann ich meine Kreativität auf neue Höhen bringen und meine Leidenschaft in einem immer stärker vernetzten und digitalisierten Umfeld entfalten.

Durch die KI Revolotion verändert sich natürlich auch der Markt dramatisch und es ist noch nicht absehbar, ob die digitale Entwicklung sich nachhaltig wandelt und auch Bereiche von Design und Innenarchitektur in eine austaschbare Beliebigkeit verwandeln. Bereits jetzt gibt es Lösungen die einen kreativen Schaffensprozess überflüssig machen. Das wird auch das Bild des Innenarchitekten verändern, oder im schlechtesten Fall gänzlich ersetzen. 

Wie haben Ihre Erfahrungen als Tischlergeselle Ihre Arbeit als Innenarchitekt beeinflusst?

Zunächst hat es mir viel Freiraum im Studium gegeben, denn viele Inhalte waren Bestandteil der Tischlerausbildung. Es ist die Kombination von praktischem handwerklichem Know-how und gestalterischem Fachwissen, aber vor allem auch das Verständnis für den Umsetzenden. Man spricht die gleiche Sprache und kann sich besser verständigen. Oft führt das zu einem gemeinsam gefundenen Lösungsansatz, da man mit dem Hintergrundwissen viel tiefer ins Detail gehen kann.

Wie integrieren Sie psychische und soziale Aspekte in den Planungsprozess, um das Wohlbefinden der Nutzer zu gewährleisten?

Genau das ist das Geheimnis von guter Innenarchitektur und dem Zusammenspiel von konzeptbasiertem Design. Je besser die Bedarfsanalyse und die anschließende Planung ist um so mehr kann man psychische und soziale Aspekte berücksichtigen. Es ist ein Zusammenspiel von unterschiedlichen Faktoren, die eng am Bedarf des Nutzers hängen.

Grundsätzlich passt hier die Aussage vom Architekten Louis Sullivan „Die Form folgt der Funktion“.

Baeckerei

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Planungen wirtschaftlich und ökologisch umgesetzt werden?

Diesen Punkt kann man in der heutigen Zeit nur noch bedingt beeinflussen. Auch wenn viele Hersteller von Materialien und Möbeln versuchen Ihre Produkte nachhaltig und ökologisch erscheinen zu lassen. Die Produktion und der Transport haben immer Einfluss auf Ressourcen oder den Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß. Ressourcen, die überall auf der Welt knapp werden.  

Zertifikate werden für viel Geld verkauft und plötzlich ist das FSC Zertifikat doch von Hölzern aus Urwäldern. Die Forstwirtschaft ist da leider auch eher getrieben. Neue Materialien nutzen Chemikalien, bei denen wir die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt noch nicht abschätzen können.  

In der Regel werden Shops und Läden alle 5 bis 7 Jahre neugestaltet und gebaut. Der Verbraucher wünscht sich ein Einkaufserlebnis. Wer denkt, dass dieses Verhalten ökologisch oder nachhaltig ist, verfällt vermutlich der Lüge vom ständigen Wachstum.

Wir haben eine Wegwerfgesellschaft und die Lüge der Wiederverwertung wird oft ab der Grenze nicht weiterverfolgt. Hersteller sind nicht für die Entsorgung der Materialien nach der Nutzung verantwortlich. Und dort beginnt die große Lüge von Nachhaltigkeit und Recycling.

Möbel werden qualitativ nicht mehr für ein Leben gebaut, sondern sollen zum regelmäßigen Konsum verleiten. Wenn Möbel defekt sind, dann werden Sie nicht mehr repariert, sondern ersetzt.  

Unterm Strich muss man sagen, dass Design und Innenarchitektur wenig mit ökologischem Verhalten zu tun haben, jedoch von vielen Interessengruppen als nachhaltig und ökologisch dargestellt werden.

Dabei schaue ich oft auf Länder, die das Thema Upcycling viel mehr verinnerlicht haben.

Der politische Druck auf Hersteller müsste wachsen, um die Produktion von Wegwerfprodukten zu unterbinden und damit einen Schritt näher an ein ökologisches Verhalten zu kommen. 

Unter diesen Punkten ist das Thema Wirtschaftlichkeit differenzierter zu betrachten und es müssten die tatsächlichen Kosten, die der Menschheit entstehen, kalkuliert werden. Das ist jedoch ein Themengebiet, dass so nur schwer an Kunden weitergegeben werden kann.

Ab diesem Punkt macht gute Innenarchitektur den Unterschied. Gerade unter dem aktuellen Druck der Öffentlichkeit werden nicht nur bessere und nachhaltigere Materialien entwickelt, sondern die Verwendung von alten Techniken und Verfahren rückt wieder in den Fokus. 

Das erweitert den Aufgabenbereich von guter Innenarchitektur. Die Umsetzung und Überprüfung von nachhaltigem Handeln von Zulieferern und die Verwendung von ökologischen Materialien ohne das allgemeine „Greenwashing”. Noch dominiert der Markt die Handlung. Leider auch bei Goldkubus. Positiv muss man an der Stelle jedoch betonen, dass der Markt langsam einen Wandel durchläuft und Kunden sensibler mit diesem Thema umgehen wollen. 

Auf welche technischen und konstruktiven Zusammenhänge legen Sie besonderen Wert bei der Planung?

Das ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich.

Wie nutzen Sie künstlerisch-ästhetische Mittel, um ein individuelles und unverwechselbares Raummilieu zu schaffen?

Als Innenarchitekt nutze ich künstlerisch-ästhetische Mittel wie Farbgestaltung, Materialauswahl, Textur, Beleuchtung und Proportionen, um ein individuelles und unverwechselbares Raummilieu zu schaffen, das die Persönlichkeit, den Stil und die Bedürfnisse meiner Kunden widerspiegelt. Wichtiger ist jedoch die Funktion bzw. das optimale Zusammenspiel von Funktion und Design.  

Fruits shop 1

Wie greifen Sie auf das Netzwerk von GOLDKUBUS zurück, um eine optimale Realisierung Ihrer Konzepte zu gewährleisten?

In den meisten Fällen arbeite ich eng mit meinen Kunden zusammen, um ihre Bedürfnisse und Wünsche bestmöglich zu erfüllen. Ich bin mir bewusst, dass es bestimmte Dinge gibt, die andere viel besser können als ich, und glücklicherweise kenne ich diese Personen und Firmen. Dabei ist das Wichtigste diese Punkte offen zu kommunizieren, denn im Preis und in der Umsetzung gibt es viele Wege zum Ziel und den Weg kann sich mein Kunde aussuchen.

Wie wichtig sind die Gestaltungselemente Material, Farbe und Licht für Ihre Arbeit als Innenarchitekt?

Die richtige Beleuchtung ist von entscheidender Bedeutung, um die Architektur und die Gestaltung eines Raumes zu betonen und eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Licht kann Stimmungen erzeugen, Akzente setzen und den Fokus auf bestimmte Bereiche lenken. 

Aber es hat natürlich auch funktionale und rechtliche Bestimmungen, die in manchen Bereichen eingehalten werden müssen. Hier ist nicht nur die Lichtfarbe und Helligkeit ein Thema, sondern auch die Lichtqualität. Falsches Licht kann Menschen krank machen, denn diese Faktoren haben einen nachgewiesenen Einfluss auf unsere Gesundheit. Material und Farbe kann man nicht pauschalisieren. Das ist sehr Budget- und projektabhängig.

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Anke Fröhlich studierte 2014-2018 Innenarchitektur an der Fachhochschule Trier und absolvierte ihr Studium als Diplom Ingenieur Innenarchitektin. Sie verbringt Zeit gerne damit, sich durch den Besuch von Möbel- und Designausstellungen inspirieren zu lassen, die Welt zu bereisen und verschiedene Stile und Kulturen zu erkunden.
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